Mrz 22 2007

Festkomitee

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Von der Gründung im Jahre 1823 zu den Aufgaben in heutiger Zeit…

Als es 1823 notwendig wurde, den Karneval neu zu organisieren, wollte man ihm einen neuen Inhalt geben und ihn auch wieder für die angesehenen Bürger interessant machen. Es gab damals in Köln die Olympische Gesellschaft, ein Zusammenschluss der Männer, die zu der geistigen und wirtschaftlichen Elite der Stadt zählten. Mitbegründer der Gesellschaft war der Kunstsammler Ferdinand Franz Wallraf. Man tagte in einem hochgelegenen Raum des Sayenturms mit Blick auf den Rhein. Die Herren fühlten sich dort wie im Olymp, so entstand der Name. In dieser Gesellschaft wurde die Reform des Karnevals beschlossen. Man traf sich im November 1822 im Weinhäuschen an St. Ursula. Hier wurde dem Fest eine neue Richtung und ein neuer Inhalt gegeben, damit es wieder zu seinem alten Ruhm gelangen konnte. Man gab dem Karneval den Helden als Mittelpunkt, an dem sich das ganze Fest hochranken sollte. Auch sollte er der Mittelpunkt des Maskenzuges werden, der ab 1823 durch Köln ziehen sollte.

Das Gremium, das den Karneval neugeordnet hatte, nannte sich Festordnendes Comité. Leiter des Comités wurde Heinrich von Wittgenstein, der, obwohl erst 26 Jahre alt, durch seine Führungsstärke die Richtung im Karneval bestimmte, die in ihren Grundzügen auch heute noch besteht. Heinrich von Wittgenstein war Jurist und es heißt von ihm, er wäre eine imponierende Persönlichkeit mit klarem, scharfem Geist und gemütvoller Rede gewesen. Damals gab es noch keine Karnevalsgesellschaften. Das Comité nannte sich später Grosse Karnevalsgesellschaft. Damit ist die Grosse Karnevalsgesellschaft die älteste Kölner Karnevalsgesellschaft und hat lange die Aufgabe des Festordnenden Comités ausgeübt. Aus der Urform der Zusammenkünfte des Comités sind unsere heutigen Sitzungen hervorgegangen. Es wurde dort nicht nur beraten, es wurde auch gemeinsam gesungen und das Protokoll der Vorveranstaltung wurde auf humorvolle Weise vorgetragen. Gäste waren zu diesen Versammlungen stets willkommen. Die Abende erfreuten sich bei den Kölnern großer Beliebtheit. Der “Kleine Rath” im Comité bereitete die Karnevalsveranstaltungen vor. 1824 wurde schon das literarische Comité gegründet.

Die Karnevalsmütze wurde 1827 kreiert. Es gibt heute im gesamten deutschen Raum Narrenkappen, deren Urform aus Köln stammt. Der Vorschlag zur Einführung der Narrenkappe kam ausgerechnet von einem Preußen, dem Generalmajor von Czettritz. Er regte an, dass die Mitglieder des Comités ein buntes Käppchen zu den Versammlungen tragen sollten, damit man sie von den Fremden unterscheiden könne. Das war die Geburtsstunde der Karnevalsmütze. Der Vorschlag wurde begeistert aufgenommen und schon 14 Tage später trug man die neu eingeführte Narrenkappe, auf der in goldener Schrift die Worte “FreiheitGleichheit” prangten. Die Mütze ist seitdem das karnevalistische Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmal. An ihren Farben und Aufschriften kann man jeden Träger einer Gesellschaft zuordnen.

Bis 1908 waren die Festkomitee-Präsidenten identisch mit den Präsidenten der Grossen von 1823. Zwischenzeitlich wurden immer wieder neue Gesellschaften gegründet, manche bestehen heute noch, manche konnten sich auch nicht durchsetzen. Es gab auch vielfach Streitigkeiten im Comitee, die sogar so weit gingen, dass Züge ausfielen. Von 1908 bis 1934 wechselte das Präsidium jährlich zwischen der Grossen und der Großen Kölner. Danach wurden die Präsidenten gewählt, unabhängig davon, welcher Gesellschaft sie angehörten. Das Festkomitee des Kölner Karnevals, wie es heute heißt, ist die Dachorganisation des Kölner Karnevals. Knapp 100 Gesellschaften sind dem Festkomitee angeschlossen, wobei es vielmehr Gesellschaften in Köln gibt. Im Festkomitee unterscheidet man zwischen ordentlichen, hospitierenden und fördernden Mitgliedsgesellschaften. Es kann jede Gesellschaft aufgenommen werden, die Sitzungen abhält und zwei Bürgen stellen kann. Wer fünf Jahre förderndes Mitglied ist, kann einen Antrag stellen, um hospitierendes Mitglied zu werden. Nach fünf weiteren Jahren kann ein Antrag auf ordentliche Mitgliedschaft gestellt werden, wobei die Zahl der ordentlichen Mitglieder laut Satzung begrenzt ist.

Die Aufgaben des Festkomitees sind: Die Pflege von Mund- und Eigenart im Karneval Die Wahrung der Traditionen im Karneval Cooperation mit der Stadt im Bezug auf Karneval Einbeziehung und Betreuung der Jugend im Karneval Nachwuchsförderung für Bütt und Podium Unterstützung und Betreuung der angeschlossenen Gesellschaften Stellen und Betreuen des Dreigestirns Durchführung der Prinzenproklamation Durchführung der Hörfunksitzung Durchführung der beiden Fernsehsitzungen sowie Durchführung des Rosenmontagszuges.

Das Festkomitee des Kölner Karnevals wird vertreten durch einen Gesamtvorstand von 18 Personen. Der Vorstand, einschließlich des Präsidenten, arbeitet ehrenamtlich. Im Haus des Kölner Karnevals, arbeiten sechs hauptamtliche Mitarbeiter/innen.

Quelle: koelnerkarneval.de/HTML/serv_2.html

Mrz 22 2007

Kölner Dreigestirn

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Vom “Helden Karneval” zu Prinz, Bauer und Jungfrau in heutiger Zeit…

Als 1823 der Karneval neu organisiert wurde, gab man dem Fest den Helden Karneval als Mittelpunkt, der durch seine Person den Karneval verkörpern sollte, und der alljährlich am Rosenmontag seinen Siegeszug durch Köln antreten sollte. Der Held war der personifizierte Karneval. Er sollte “die Erbärmlichkeit des gewöhnlichen Treibens auf Grund seines edlen Charakters” wieder in die gewünschten Bahnen leiten und alle Missstände besiegen.

Damals stand immer die Figur des Helden im Mittelpunkt und nie die Person, die den Helden verkörperte, ein Grund warum aus diesen Jahren kaum Namen überliefert sind. In den ersten Jahren der Neuordnung war die wichtigste Person neben dem Helden Karneval die Prinzessin Venetia, seine ewige Braut. Wir finden die Venetia noch etwa bis zur Jahrhundertwende im Rosenmontagszug, wenn auch zum Schluss sehr unregelmäßig. Die Venetia, die von einem Mann dargestellt wurde, verkörperte den Karneval des Südens.

Das Gewand des Helden war dem des Kaisers nachgebildet, denn die Kölner liebten ihren Kaiser, dem sie als freie Reichsstadt untertänig waren, und den sie stets begeistert gefeiert hatten, wenn er Köln besuchte. Der Held trug eine goldene Krone mit einem Pfauenschweif, dem Symbol der Unsterblichkeit. Die Karnevalsmütze gab es zu der Zeit noch nicht. In der rechten Hand trug er ein Zepter, in der linken eine “Waffe”, die heutige Pritsche, die auf die Fruchtbarkeitsrute der Germanen zurück geht. Ober einem weißen Gewand mit goldener Kette trug er einen Purpurmantel mit Hermelinkragen. Aus dem Gewand des Helden wurde im Laufe der Jahre das Kostüm des Prinzen. Das heutige Prinzenkostüm ist der burgundischen Mode in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nachgearbeitet.

Auch damals fand schon eine feierliche Inthronisierung des Helden statt. Er bestieg am Fastnachtsmontag seinen Thron auf dem Neumarkt, wo ihm der Ehrenwein kredenzt wurde. Dann startete der Maskenzug. Der Held fuhr in einem mit Blattgold verzierten Delphin. Dieser kostbare Wagen fuhr mehrere Jahre im Zug mit. Nach dem Krieg 1870/71 wurde aus dem Helden Karneval der Prinz Karneval. Eine Prinzenproklamation gibt es erst seit 1936.

Die Kölner Jungfrau nahm schon 1823 am ersten Maskenzug teil. Sie nahm noch nicht regelmäßig am Zug teil, sondern nur, wenn sie sich ins Thema einordnen ließ. Die Jungfrau ist eine Symbolfigur und wird erstmals 1570 erwähnt. Sie symbolisiert die freie, unabhängige und keiner fremden Macht unterworfene Stadt Köln. Sie trägt eine Mauerkrone auf dem Kopf, als Zeichen der Unbesiegbarkeit der Stadt Köln. Die Kölner Jungfrau wird, bis auf zwei politisch angeordnete Ausnahmen, von einem Mann dargestellt. Die Männerrolle hat sich ohne Überlegung ergeben, da der Karneval, soweit es sich um den organisierten Karneval handelt, eine reine Männerangelegenheit war. Die traditionsbewussten Gesellschaften, die auch heute noch überwiegend das Dreigestirn stellen, haben keine Frauen als Mitglieder. Es ist also eine alte Tradition, dass Männer die Jungfrau darstellen, und mit Traditionen bricht man im Karneval nur in Notfällen, wie 1938 und 39. Außerdem steckt in der männlichen Jungfrau soviel Witz und Komik, dass man sie in Köln nicht missen möchte.

Eine umstürzende Neuerung gab es 1938 und 39, die Jungfrau wurde von einer Frau dargestellt. Grund war die Partei, die Thomas Liessem, den Vorsitzenden des Festausschusses unter Druck setzte. Es gab damals einen scharfen Kampf gegen die Homosexualität. Da der Festausschuss Kölner Karneval ohnehin in der Schusslinie der NSDAP stand und man jeden Stein des Anstoßes aus dem Weg räumen musste, gab man dem Druck der Partei nach. Die Jungfrau wurde von einer Frau dargestellt. Sie wurde gemeinsam von der deutschen Arbeiterfront und dem Festausschuss ausgesucht. 1938 war es Paula Zapf, eine Angestellte der Firma Bierbaum und Proenen und 1939 Else Horion, eine Kindergärtnerin der Firma Stollwerck. Die Jungfrau wurde nach dem Krieg wieder von einem Mann verkörpert. Das hat nichts damit zu tun, dass sich die weiblichen Jungfrauen nicht bewährt hätten, oder dass die Rolle sie körperlich überfordert hätte, es war ganz einfach ein Verstoß gegen die Tradition.

So wie die Kölner Jungfrau ist auch der Kölner Bauer eine Symbolfigur. Er stellt Köln als Mitglied der Reichsbauernschaft dar. Köln gehörte im Mittelalter neben Konstanz, Regensburg und Salzburg zu den vier Bauernschaften des Reiches. Darum erscheint der Kölner Bauer auch immer in Verbindung mit dem Spruch: “Halt faß am Rich do kölsche Boor, mag et falle söß ov soor.”

Der Kölner Bauer wird 1422 erstmals erwähnt als Schildhalter des Reiches, später wird er zum Schildhalter der Stadt. Der Bauer geht erstmals 1825 im Maskenzug mit. Auch er machte den Zug nur mit, wenn er sich ins Thema einordnen ließ. Bauer und Jungfrau waren damals unabhängig von einander und unabhängig vom Prinzen. Ab 1883 sind Bauer und Jungfrau feststehende Figuren des Kölner Karnevals, die gemeinsam mit dem Prinzen auftreten, aber bis heute getrennt von ihm im Rosenmontagszug fahren. Erst ab 1938 spricht man vom Dreigestirn. Den Hut des Bauern zieren 125 Pfauenfedern. Die Pfauenfeder ist das Symbol der Unsterblichkeit und versinnbildlicht hier die Unsterblichkeit der freien Reichsstadt Köln, die der Bauer verkörpert. Der Dreschflegel ist das Zeichen der Wehrhaftigkeit.

Die Rolle des Dreigestirns hat sich unserer hektischen Zeit angepasst. Früher war der Prinz nur wenige Tage im Amt. Unser heutiges Dreigestirn steht im Durchschnitt 6 - 8 Wochen im Rampenlicht, hat bis zu 400 Auftritte zu absolvieren und wird ständig von der Presse begleitet. Aus organisatorischen Gründen wohnt das Dreigestirn ab der Proklamation gemeinsam im Hotel.

Quelle: koelnerkarneval.de/HTML/serv_2.html

Feb 04 2006

Josi gesteht: Ich fühle mich immer mehr als Frau

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PressebildDas war kein Einzug, das war ein Triumphmarsch, als das Dreigestirn die schwul-lesbische Gloria-Sitzung besuchte. Überrascht vom warmen und lautstarken Empfang standen Bauer Rüdiger, Jungfrau Josi und Prinz Jupp auf der Bühne, eingerahmt von der schwulen Statt-Garde und den auch nicht gerade heterosexuellen Kutschallas (Heinz Jülich-Fein und Olaf Müller)… (Quelle: Express) [Ganzen Artikel lesen…]

Nov 20 2005

Rosa Funken wollen ins Festkomitee

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PressebildSchwulen-Hauptstadt Deutschlands, Austräger der Schwulympiade 2010 – nur im ehrwürdigen Festkomitee, da ist von Homosexuellen weit und breit nichts zu sehen. Jetzt starten zwei rosarote Vereine eine neue Offensive zur Eroberung der Traditions-Trutzburg. “Es ist ja nicht so, als ob es bei den Korps keine Schwulen gäbe, da ist die Dunkelziffer hoch”, sagt Ernst… (Quelle: Express) [Ganzen Artikel lesen…]

Jan 22 2003

“Ich han ‘ne kölsche Jong”

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Der Düsseldorfer Bipri oder: Der lange Weg zum Rosa Karneval

PressebildAuf der “Rosa Sitzung”, dem Epizentrum des schwul-lesbischen Karnevals in Köln, ist Peter IV. zu Gast, der Düsseldorfer Prinz. Im Karneval steht im seine Venetia Alena zur Seite, im richtigen Leben jedoch sein Freund. Und der ist auch noch Kölner. Deshalb singt Peter IV. frei nach Willi Millowitsch: “Ich han ‘ne kölsche Jong, wat soll ich mache” und das Publikum applaudiert… (Quelle: WDR) [Ganzen Artikel lesen…]

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